Im Rahmen des Projekts EN-WIN werden seit 2018 detaillierte Nutzungsprofile der Praxispartner direkt im Fahrzeug mittels Datenlogger erfasst. Durch Auswertung der Daten wurde eine Tour bei Florida Eis identifiziert, die sich mit marktverfügbaren Elektrofahrzeugen bedienen lässt. Daraufhin hat Florida Eis 2 SAIC Maxus EV80 Elektro-LKW (eLKW) erworben, die aufgelastet auf ein zulässiges Gesamtgewicht von je 4,25t kommen. Nach einem bürokratisch sehr aufwändigen Prozess, konnte das erste Fahrzeug mittlerweile zugelassen werden und wird im Regelbetrieb eingesetzt. Das andere Fahrzeug, dessen Zulassung nun bevorsteht, wurde im Dezember durch das Fachgebiet Fahrerverhaltensbeobachtung der TU Berlin mit einem umfangreichen Datenakquise-System (DAS) ausgerüstet. Genauso wie vorher beim Dieselvergleichsfahrzeug werden nun für den eLKW Nutzungs- und Verbrauchsdaten aus dem Fahrzeug-CAN-Bus und zusätzlichen Sensoren (Temperatur, Gewicht, Nebenverbraucher) aufgezeichnet und direkt an die TU Berlin geschickt. Im Projekt werden die aufgezeichneten Daten aller Fahrzeuge durch die wissenschaftlichen Partner analysiert, um Wirkzusammenhänge zwischen Fahrzeug-, Nutzungs-, Umweltdaten und dem Energieverbrauch des eLKW zu beschreiben. Hieraus werden Modelle zur nutzungsspezifischen Verbrauchs- und Reichweitenprognose erstellt und getestet.

SAIC Maxus EV80, 4,25t, Florida Eis (Foto: Jens Jerratsch)

Der neue Florida-Eis-eLKW fährt so wie seine „alten“ Diesel-Vorgänger mit einer eutektischen Kühlung. Dadurch wird während der Fahrt der Traktionsbatterie kein Strom zur Laderaumkühlung entnommen. Damit wirkt sich die Kühlung, immerhin ca. -30°C bei jedem Wetter, nicht auf die Reichweite des Fahrzeugs aus, ein großer Vorteil dieses eLKW. Bekannt ist, dass andere Einflussfaktoren, wie Nebenverbraucher (Heizung, Klimatisierung), Beladung und Fahrprofil einen großen Einfluss auf die tatsächlich nutzbare Reichweite besitzen. Anhand der aufgezeichneten Realdaten werden diese Zusammenhänge nun quantitativ und unabhängig ausgewertet.

„Motorraum“ und Hochvolt-Verteilerbox Maxus EV80 (Foto: Jens Jerratsch)